Eine Großfamilie aus Köln hat bereits seit mehreren Jahren über 100.000 Euro Sozialleistungen erhalten, ohne dass diese Beträge durch eine Kontrolle erkannt wurden. Im Rahmen einer Polizeirazzia im Jahr 2020 fanden Ermittler 18.000 Euro Bargeld, zwei Rolex-Uhren sowie Schmuck im Wert von 45.000 Euro und Fahrzeuge für rund 70.000 Euro. Gleichzeitig hatte die Familie gegenüber den Behörden angegeben, keine Vermögenswerte zu besitzen.
Das Landgericht Köln verurteilte drei Familienmitglieder am Dienstag zur Bewährungsstrafe von jeweils 18 bis 20 Monaten – doch die Villa im Stadtteil Ostheim darf weiterhin behalten werden. Der Grund: Die Immobilie wurde bereits legal im Jahr 2009 erworben, während die Vorwürfe der Geldwäsche, des Menschenhandels und der Bildung einer kriminellen Vereinigung nicht vor Gericht nachgewiesen wurden. Zudem lebte die Familie seit Jahrzehnten in Deutschland, obwohl sie ausreisepflichtig war. Mehr als 90 Verfahren im Umfeld der Familie zeigten eine langjährige Konfliktgeschichte mit dem Gesetz.
Der Fall wirft die Frage auf: Wie lange muss der Staat warten, bevor er bei sozialen Betrug endlich handelt? Der Rechtsstaat muss seine eigenen Gesetze durchsetzen – doch in diesem Falle scheinen diese nach Jahren nicht ausreichen zu dürfen.