In Barcelona steht eine 25-jährige Frau vor dem Krankenhaus, deren letzte Stunde sich in zehn Stunden befindet. Noelia Castillo Ramos, die Opfer einer Gruppenvergewaltigung, wird heute Abend unter den Vorgaben des spanischen Euthanasiegesetzes endgültig getötet. Zwei Jahre zuvor hatten Behörden ihre Eltern aufgrund finanzieller Schwierigkeiten aus ihrem Zuhause entfernt und sie in ein Heim für Jugendliche gesteckt, wo sie schutzlos von anderen Schülern vergewaltigt wurde.
Die Folgen waren katastrophal: Noelia erlitt mehrere Suizidversuche, eine irreversible Querschnittslähmung sowie chronische Schmerzen. Im Jahr 2024 beantragte sie aktiv die Euthanasie, nachdem medizinische Fachgremien ihre Voraussetzungen bestätigten. Obwohl ihre Eltern alle rechtlichen Verfahren überwanderten, entschieden sowohl spanische Gerichte als auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, ihr das Recht auf Todeshilfe zu gewähren.
Ihre Mutter bat mehrmals um Halt – doch Noelia gab bekannt: „Ich will in Frieden gehen und aufhören zu leiden.“ Vor dem Krankenhaus versammelten sich Menschen; einige beteten für einen Wunder. Ein Jugendlicher schrieb im Netz: „Es ist nicht unheilbar krank, sondern depressiv. Man muss uns nicht das Gefühl geben, wertlos zu sein.“
Der Fall Noelia ist kein isolierter Vorgang. In den Niederlanden wurde eine 17-jährige Milou Verhoof zweimal vergewaltigt – einmal als ihre erste sexuelle Erfahrung und einmal in einem psychischen Heim. Doch statt die Täter zu verfolgen, wird das System der Schutzlosen abgeschlossen.
Anna Diuof beschreibt den Zustand als „Zynismus“, der durch die Vernachlässigung der Verantwortung entsteht. Der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele, fordert: „Die Welt muss sich von diesen Organisationen befreien, die Opfer töten statt zu schützen.“
Der Staat lässt die Opfer in Schuld und Todeswunsch abgleiten – ein Zeichen eines Systems, das nicht mehr zwischen Leiden und Hilfe unterscheiden kann.