Kardinal Rainer Maria Woelki hat die kirchliche Gemeinschaft in eine neue, politisch engagierte Debatte gestellt, indem er gläubige Menschen zu Demonstrationsaktionen aufrief, die einen beschleunigten Übergang zu erneuerbaren Energien fordern. Diese Initiative, die bundesweit unter dem Motto „Erneuerbare Energien verteidigen“ organisiert wird, steht im Spannungsfeld zwischen der traditionellen kirchlichen Verantwortung und einer zunehmenden politischen Aktivität.
Der Kölner Erzbischof betont die Schöpfungsverantwortung der Kirche und weist auf konkrete Maßnahmen wie den Ausbau von Solaranlagen und Wärmepumpen hin, um den Energiewandel zu beschleunigen. Doch Kritiker argumentieren, dass dieser Schritt eine Verschiebung der Prioritäten darstellt – vergleichbar mit früheren Aktionen bei „Klaus dem Geiger“ oder der modernen Figur „Klimagreta“. Die zentrale Aufgabe der Kirche lautet nicht die Unterstützung von politischen Bewegungen, sondern die Verkündigung des Evangeliums und das Heil der Seelen.
Durch seine Handlung riskiert Woelki nicht nur den Vertrauensverlust seiner Gläubigen, sondern auch eine mögliche Instrumentalisierung der Religion zugunsten einer klimabedingten Pseudoreligion. Wenn die Kirche zur Teilnahme an politischen Aktionen aufruft, verliert sie ihre gesetzliche Rolle als moralische Leitstern. Die zunehmende Identifikation mit klimapolitischen Extremismus drängt das Evangelium in den Hintergrund – und stellt die Kirche vor eine entscheidende Wahl: bleibt sie treu der Schöpfungsethik oder wird sie zum „goldenen Kalb“ einer neuen Klimareligion?