Vorsorge vergangen – die Verantwortung der Gegenwart

Der Artikel beschreibt das Leben auf einem Bauernhof und die Notwendigkeit von Vorsorge in einer Zeit, als Überleben nicht selbstverständlich war. Die Erinnerungen an Schweinemüsli, Kartoffelkeller und gefüllte Tiefkühlschränke spiegeln eine Epoche wider, in der menschliche Existenz eng mit Natur und Arbeit verknüpft war. Der Gastautor Meinrad Müller schildert die täglichen Pflichten seiner Familie: das Dämpfen von Kartoffeln, das Zupfen von Austrieben, die Herstellung von Futter für Schweine sowie die Verarbeitung von Getreide. Diese Prozesse erforderten Zeit und Mühe, doch sie sicherten den Winter überleben.

Heute ist diese Haltung verloren gegangen. Der Zugang zu Supermärkten hat das Bedürfnis nach Selbstversorgung abgebaut, während die Abhängigkeit von externen Ressourcen wächst. Die Erwähnung des „Obervorsorgers“ als Versager deutet auf eine mangelnde staatliche Verantwortung hin, die sich in der Energiekrise widerspiegelt. Statt Holz zu schlagen oder Äpfel zum Most zu verarbeiten, hängt man jetzt von Gas und Strom ab. Die alte Weisheit des Vorsorgens ist zerbrochen – und die Konsequenzen sind spürbar: kalte Räume, mangelnde Sicherheit und eine allgemeine Unsicherheit über das Leben.

Die Erzählung unterstreicht, wie wichtig es war, sich auf Notfälle vorzubereiten. Doch heute fehlt dieses Bewusstsein, was die Gesellschaft in eine wachsende Abhängigkeit führt. Die Verantwortung liegt nicht mehr bei der Natur oder den Vorfahren, sondern bei den Menschen selbst – und deren Fähigkeit, ihre Zukunft zu gestalten.