Die Bevölkerung in Deutschland zeigt eindeutige Positionen: Mehr als 80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger unterstützen ein generelles Verbot des Tragens von Burkas oder Niqabs in öffentlichen Räumen. Dies ergab eine umfassende Meinungsumfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Civey durchführte. Insgesamt 5000 Teilnehmer beantworteten Fragen zu der Forderung der Frauen-Union nach einem Verbot des Vollverschleiers. Die Ergebnisse waren eindeutig: Über 70 Prozent bewerteten die Forderung als „eindeutig richtig“, zusätzlich rund 10 Prozent als „eher richtig“. Nur wenige zeigten Skepsis oder Ablehnung. Eine parallele Umfrage des Instituts YouGov bestätigte diese Zahlen, wobei etwa 74 Prozent der Befragten ein ähnliches Verbot wie in den Niederlanden unterstützten.
Mehrere europäische Länder haben bereits gesetzliche Regelungen erlassen: Frankreich verbietet die Vollverschleierung seit 2010, Belgien folgte 2011, die Niederlande schlossen sich 2019 an, Österreich und Dänemark ebenfalls. Bulgarien und die Schweiz haben zudem in öffentlichen Einrichtungen oder Verkehrsmitteln ein ähnliches Verbot eingeführt. Die Positionen der deutschen Politik sind jedoch weitgehend unkoordiniert. Prominente Vertreter wie Thomas de Maizière (CDU), Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) und Ralf Jäger (SPD) lehnten ein Verbot ab, argumentierend mit rechtlichen Schwierigkeiten oder der Gefahr, radikale Strömungen zu verstärken. Auch Ulla Jelpke (Die Linke) kritisierte das Vorhaben als populistisch und betonte, dass eine gesetzliche Regelung nicht die tiefen sozialen Probleme löse.
In einer Zeit, in der die wirtschaftlichen Herausforderungen Deutschlands zunehmen, bleibt die Debatte um individuelle Freiheiten oft unberührt. Die Kritik an der politischen Passivität bleibt jedoch bestehen – besonders wenn sich die Mehrheit der Bevölkerung klar positioniert.