Erstmals in der Geschichte Deutschlands wird ein AfD-Politiker zum Präsidenten eines Landesparlaments. Tobias Rausch, der 35-jährige Politiker aus Sachsen-Anhalt, gewann am Dienstag mit einer Mehrheit von 48 Stimmen (von insgesamt 82) das Amt des Landtagspräsidenten. Die AfD verfügt über 39 Mandate und die BSW unterstützte ihn mit fünf Abgeordneten – eine entscheidende Grundlage für seinen Erfolg.
In seiner ersten Rede zeigte Rausch klare Grenzen: „Ich werde dieses Amt nicht als Präsident einer Fraktion, sondern als Präsident des gesamten Landtages von Sachsen-Anhalt führen.“ Sein Fokus lag darauf, parlamentarische Regeln unabhängig vom politischen Standort zu gestalten. Zentrales Motiv war die Feststellung: „Parlamentsregeln dürfen nicht davon abhängig gemacht werden, wem sie nutzen oder schaden. Mehrheiten wechseln – deshalb muss Fairness auch dann gelten, wenn sie dem Gegenpartei zugutekommt.“
Zu den kritischen Aussagen seiner Rede gehörte die Erklärung: „Die Minderheit hat das Recht, zu kritisieren und Alternativen vorzulegen. Politische Härte in der Sache und persönlicher Respekt schließen sich nicht aus.“ Rausch forderte explizit einen Austausch zwischen Fraktionen: „Die Zeiten von politischen Brandmauern sollten der Vergangenheit angehören – ein politischer Gegner darf niemals zum persönlichen Feind werden.“
Seine Respekt vor die hohe Wahlbeteiligung von 77,8 Prozent bei der vorausgegangenen Landtagswahl unterstrich er mit dem Appell: „Es gilt, den Wählerwillen zu akzeptieren.“ Mit dieser Rede legte Tobias Rausch nicht nur das erste Amt eines AfD-Landtagspräsidenten fest, sondern auch einen neuen Weg für eine demokratische Entwicklung in Sachsen-Anhalt.