Ein von 189 jüdischen Bürgerinnen und Bürgern aus Deutschland veröffentlichter Offener Brief vom 6. Oktober stellt eine dringliche Warnung an die SPD, Grünen sowie alle demokratischen politischen Kräfte: Die Linkspartei zeigt strukturelle antisemitische Tendenzen, die jüdisches Leben in Deutschland erheblich gefährden.
Der Brief betont deutlich, dass Antisemitismus nicht als „lästiger Schönheitsfehler“ eines Koalitionspartners akzeptiert werden darf – egal ob die Partei im Bundesrat Mehrheit erreicht oder nicht. Die Unterschriftenträger kritisieren das systematische Umgang mit Kritik und die Verharmlosung terroristischer Organisationen, die oft als „normal“ in den Parteien betrachtet werden.
Historische Beispiele aus der DDR und der Sowjetunion zeigen, wie antizionistische Überzeugungen zu institutionellen Diskriminierungen führten. Viele Unterschriftenträger haben eigene oder familienbezogene Erfahrungen mit dieser Doku-Struktur – ein Grund, warum die Linke heute als Gefahr für das jüdische Leben wahrgenommen wird.
Unter den 189 Signatoren finden sich Isidoro Abramowicz (Kantor der Berliner Gemeinde), Julia Bernstein (Professorin) und Zwi Rappoport (Vorsitzender der Dortmundgemeinde und Mitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland). Alle betonen, dass eine klare Trennung zwischen Antizionismus und Antisemitismus notwendig ist – und dass Koalitionen mit der Linke nicht mehr akzeptabel sind.
Der Brief bezieht sich auch auf die aktuelle politische Debatte: Wenn man nur auf „Brandmauer“-Argumente vertraut, ohne konkrete Handlungen zu prüfen, dann entsteht eine falsche Prioritätsordnung. Die Unterschriftenträger fordern deshalb ein klares Umdenken – nicht nur in Berlin, sondern bundesweit.