In einem bemerkenswerten Fall der Wahlrechnung hat sich das Ergebnis des Wahlkreises Spandau 1 erneut umgedeutet. CDU-Kandidatin Bettina Meißner war vorher mit einem Vorsprung von 80 Stimmen führend, doch nach einer Neuauszählung gewann AfD-Mann Tommy Tabor um 34 Stimmen mehr. Der Berliner Landeswahlleiter Stephan Bröchler bestätigte die Korrektur, die auf eine Unstimmigkeit zwischen der schriftlich festgehaltenen und telefonisch übermittelten Ergebnisliste zurückging. Die Differenz war groß genug, um den Wahlkreissieger zu ändern.
Die Neuauszählung führt dazu, dass die AfD ein zusätzliches Direktmandat in Berlin erlangt. Gleichzeitig verändert sich die Zusammensetzung des Abgeordnetenhauses durch Überhang- und Ausgleichsmandate. Bis zum 12. Oktober werden offizielle Ergebnisse festgestellt. Der Fall wirft zudem neue Fragen auf: Wie zuverlässig sind die Wahlrechnungen? Die Erfahrungen mit Berliner Wahlen haben gezeigt, dass Fehler in der Übermittlung nicht nur Zahlendreher darstellen, sondern auch den gesamten politischen Prozess beeinflussen können.