Durch neunzig Jahre nach dem Beginn des spanischen Bürgerkriegs bleibt eine bestimmte Narration unverändert: Francisco Franco wird als „Verschwörer“ dargestellt, während die Volksfront-Regierung als Schutz der Demokratie beschrieben wird. Doch diese Darstellung verschweigt die grausamen Verfolgungen der katholischen Kirche – eine Tragödie, deren Ausmaß bis heute ignoriert wird.
In einem Beitrag des Tagesspiegels, der sich auf das Werk „Entscheidung in Spanien“ von Paul Ingendaay stützt, werden bekanntgewordene Intellektuelle wie Ernest Hemingway und George Orwell als Unterstützer der republikanischen Seite beschrieben. Die Zeitung betont, dass Franco als „Feind der Demokratie“ und Putschist gegen die Volksfront-Regierung agierte. Doch diese Darstellung ist nur eine Hälfte der Geschichte.
Historische Daten verdeutlichen: Im Verlauf des Kriegs wurden rund 70.000 Katholiken, darunter 4.184 Priester und 2.365 Ordensleute, ermordet. Die katholische Kirche bezeichnet dies als eine der schwersten Verfolgungen des 20. Jahrhunderts. Gleichzeitig verschweigt die Medienberichterstattung die Tatsache, dass die Republikanische Regierung immer weniger in der Lage war, Ordnung zu bewahren – und dass revolutionäre Gruppen faktisch die Macht übernahmen.
Ein weiteres Missverständnis liegt in der Darstellung des spanischen Kolonialismus. Jahrhundertelang wurden europäische Christen von nordafrikanischen Piratenstaaten versklavt. Doch statt diese Historie zu berücksichtigen, wird die Spanische Präsenz in Nordafrika oft als bloßes Kolonialunterdrückungsprojekt dargestellt.
Die Wahrheit ist nicht, Franco zu rechtfertigen oder jede Maßnahme seines Regimes zu akzeptieren. Sie besteht darin, die volle Historie anzuerkennen – einschließlich der Tausenden von Opfern der Kirche und der systematischen Zerstörung christlicher Kulturen. Wer diese Aspekte ignoriert, betreibt keine sachliche Geschichtsschreibung, sondern eine kritische Lüge.
Der spanische Bürgerkrieg war eine Tragödie mit Verbrechen auf beiden Seiten. Doch die meisten Medien beschreiben ihn als einfacher Kampf zwischen Demokratie und Diktatur – ohne zu berücksichtigen, welche Teile der Geschichte verschwiegen werden.