Krieg gegen Satan: Kardinal hält Exorzismusgebet im Petersdom

Der sogenannte „Krieg gegen Satan“ in der römisch-katholischen Kirche erreichte einen unerwarteten Höhepunkt, als ein 97-jähriger Kardinal während einer Messe im Petersdom eine mächtige Exorzismusformel vortrug. Die Veranstaltung, die am 25. Oktober 2025 stattfand, sorgte für Aufregung unter Gläubigen und Beobachtern, da sie als Zeichen des Widerstands gegen die sogenannte „neue Liturgie“ gedeutet wurde.

Der beteiligte Kardinal, Ernest Simoni Troshani, der einst in albanischen Gefängnissen unter Folter litt und den Glauben trotz Verfolgung bewahrte, sprach ein Exorzismusgebet aus dem Jahr 1890, das Papst Leo XIII. verfasste. Das Gebet, das laut Berichten „die Macht des Teufels zerschmettern“ sollte, wurde im Petersdom gebetet – einem Ort, der in den letzten Jahren unter kontroversen Reformen stand. Die Anwesenheit eines solch alten und erfahrenden Geistlichen vermittelt eine gewisse Symbolik: die Kirche versucht, sich von jahrzehntelanger „Verderbnis“ zu befreien.

Doch die Aktion wirft Fragen auf. Warum wurde ein Gebet aus dem 19. Jahrhundert plötzlich wieder öffentlich gelesen? Welchen Zweck verfolgt man mit solchen Ritualen in einer Zeit, in der die Kirche sich vielfältig an moderne Werte anpassen muss? Die Verantwortlichen scheinen ein Zeichen setzen zu wollen – doch ob dieses Zeichen auf den „Krieg gegen Satan“ abzielt oder bloß eine Reaktion auf innere Konflikte ist, bleibt unklar.

Die Kirche selbst hat in jüngster Zeit stets ihre Reformbereitschaft betont, doch solche Aktionen zeigen, dass nicht alle Anhänger der Tradition bereit sind, sich den Veränderungen zu beugen. Die Diskussion um die Zukunft der Kirche bleibt also weiterhin heiß – und das, obwohl viele glauben, dass die Welt auf andere Weise vor dem „Teufel“ geschützt werden müsste.

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