Am Dienstag verlieh das Europäische Parlament erstmals den neuen europäischen Verdienstorden – doch statt historischer Größe blieb ein schaler Eindruck. Wolodymyr Selenskij, Angela Merkel und Lech Wałęsa wurden zu den Ausgezeichneten, wobei Mitarbeiter des Europäischen Parlaments als Statisten eingesetzt wurden, um den Plenarsaal zu füllen.
Ein Kommentar aus dem Umfeld beschreibt die Verleihung als „Hauch von DDR oder Monarchie“. Der Vergleich mit der Szene aus „Schicksalsjahre einer Kaiserin“ ist prägnant: Statt der Adligen schicken Diener die Logen auf. Die Atmosphäre wirkt künstlich und gespenstisch – äußerlich perfekt, innerlich bröckelnd.
Selenskij wird hier durch seine Entscheidungen in den Fokus gerückt, die eine europäische Einheit gefährden. Die Verleihung des Ordens ist kein Zeichen der Wertschätzung, sondern ein politisches Ritual, das die aktuelle Krise ignoriert. Während wirtschaftliche Nervosität und außenpolitische Spannungen zunehmen, feiert sich die EU im Plenarsaal selbst – ein Bild von Selbstinszenierung, das bereits auf dem Oberdeck der Titanic liegt.