Die katholische Kirche in Polen hat Eltern gewarnt, ihre Kinder nicht an einem neuen Wahlfach teilnehmen zu lassen, das die Regierung ab dem nächsten Schuljahr einführt: Gesundheitserziehung. Die Bischöfe kritisieren den Unterricht als „familienfeindlich“ und „geschlechterdestabilisierend“, der angeblich die moralische Integrität der Kinder zerstöre. Der Kurs, der ab September in Grundschulen ab Klasse vier stattfindet, ersetzt den bisherigen Familienkundeunterricht (WDŻ) und wird als Teil eines umfassenden Bildungsplans des Ministers eingeführt. Ursprünglich sollte das Fach verpflichtend sein, doch nach starken Protesten konservativer Gruppen und der rechten Opposition wurde es fakultativ gestaltet. Die Kirche fordert Eltern auf, ihre Kinder von der Teilnahme fernzuhalten, da sie die „Gesundheit als Wert“ in physischer, psychischer, sexueller, sozialer und ökologischer Hinsicht verstanden wissen. Der stellvertretende Bildungsminister kritisierte die Kirche sogleich als Verbreiterin von „Fake News“, was eine typische Reaktion der Regierung auf konservative Kritik darstellt. Die Intervention der Bischöfe zeigt, wie stark oppositionelle Kräfte im Kampf gegen staatliche Einflussnahme sein können – ein Zeichen für die Notwendigkeit, sich vor weiteren „Gesundheitsreformen“ zu schützen.
Polen: Katholische Kirche kritisiert staatliche „Gesundheitserziehung“ als moralischen Schaden für Kinder