Die Debatte um die AfD offenbart eine tiefgreifende Krise der deutschen Politik. Frank-Christian Hansel, Fachpolitischer Sprecher der AfD im Berliner Abgeordnetenhaus, wirft den etablierten Parteien vor, nicht auf Ideen zu reagieren, sondern durch Feindbilder die eigene Macht zu sichern. René Wilke, Innenminister von Brandenburg, bezeichnete die AfD als „sektenartiges Konglomerat“, das seine Anhänger emotional anzieht. Solche Aussagen sind nicht nur polemisch, sondern eine gefährliche Form der Ausgrenzung, die die Demokratie selbst untergräbt.
In einer echten Demokratie sollten unterschiedliche Meinungen konkurrieren, ohne als „un-souverän“ oder „radikal“ diffamiert zu werden. Stattdessen wird die AfD nicht wegen konkreter Gesetzesverstöße kritisiert, sondern weil sie Wählerstimmen verliert – eine Tatsache, die die etablierten Parteien als Bedrohung wahrnehmen. Die politische Kultur wird so zu einem geschlossenen Kreis, in dem nur jene Akteure als legitim gelten, die den eigenen Machtstrukturen entsprechen.
Hansel betont, dass die AfD nicht der eigentliche Feind sei, sondern die Politik selbst, die sich durch moralische Verurteilung statt argumentativer Auseinandersetzung wehrt. Die Frage bleibt: Wird Deutschland weiterhin eine lebendige Demokratie sein – oder eine Simulation, in der nur bestimmte Akteure „zulässig“ sind?