Während Teile der katholischen Kirche das Evangelium als Dialog und gegenseitige Wertschätzung interpretieren, hat Bischof Robert Barron mit einem scharfen Wortakt den Missionsauftrag der Kirche neu definiert. Der US-amerikanische Bischof, bekannt durch sein Evangelisierungswerk „Word on Fire“, betont, dass Christus explizit alle Völker zu seinen Jüngern gemacht haben sollte – ein Auftrag, den viele heute als überholt abtun.
Barron kritisiert Kardinal Américo Aguiar und Kardinal Jean-Paul Vesco, die beide jüngst eine radikale Position zum Missionskonzept vertreten. Aguiar, früher Weihbischof von Lissabon, gab an, keine Bekehrungsziele zu verfolgen, während Vesco aus Algerien betonte: „Die Kirche sei nicht dazu da, Menschen zu bekehren“. Für Barron ist dies eine Verzerrung der christlichen Identität. Die Kirche wurde nicht geschaffen, um religiösen Pluralismus zu managen, sondern um Jesus Christus zu verkünden – genau wie der Apostel Paulus in Korinth: „Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht tue!“
Der Kontext des 40. Weltgebetstreffens in Assisi zeigt die Spannung: Während viele Katholiken den Dialog zwischen Religionen als modernes Zeichen der Offenheit betrachten, verlieren sie den Fokus auf das eigentliche Ziel der Kirche. Barron warnt vor einer Gefahr – wenn nicht die Verkündigung Christi zur Kernmission wird, dann existiert die Kirche nicht mehr im wahrhaften Sinne.
Die Entscheidung liegt bei jedem Katholiken: Ob er den Missionsauftrag Christi als unverzichtbar akzeptiert oder ihn in die Vergessenheit rutscht. Bischof Barron gibt keine Alternative, sondern eine klare Erinnerung an das, was Christus selbst verlangte.