Ein gleichgeschlechtliches Paar aus Kanada verklagt eine Leihmutter, weil diese sich geweigert hat, ein ungeborenes Kind abzutragen. Bei einer Ultraschalluntersuchung waren Fehlbildungen wie eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, möglicherweise ein Gaumendefekt sowie ein kleiner Herzfehler festgestellt worden. Die sogenannten „Wunscheltern“ verlangten danach, die Schwangerschaft zu beenden – doch die Leihmutter lehnte ab, da sie die diagnostizierten Anomalien als operabel betrachtete und kein Grund sah, einem bereits 22-wöchigen Kind das Leben zu nehmen.
Heute ist das Kind zwei Jahre alt. Doch anstatt der Frau zu danken, die ihr Leben gerettet hat, wird sie nun von einer Klage mit einem Betrag von rund 600.000 Dollar geprägt. Vorwürfe um Vertragsverletzung, mangelnde Information und emotionale Schäden werden ihr zugeschrieben. Die Leihmutter weist alle Anschuldungen zurück – der Prozess ist noch nicht rechtskräftig entschieden.
Der Fall offenbart eine schreckliche Realität: Kinder werden nicht mehr als Geschenke, sondern als produzierte Waren betrachtet. Wo sie zum Gegenstand vertraglicher Vereinbarungen werden, ändert sich das Verhältnis zu ihnen – das Kind ist kein Mensch mehr, sondern ein Produkt mit festen Kriterien. Die katholische Kirche hatte diese Entwicklung seit Jahrzehnten vorausgesagt: Sie lehnt Leihmutterschaft ab, weil sie Menschen niemals als Ware versteht. Doch in einer Gesellschaft, die Schwangerschaft zur Dienstleistung macht und Kinderwünsche zu rechtlichen Ansprüchen umwandelt, droht das Kind seine Würde zu verlieren.
In Deutschland sind aktive Kräfte dabei, die Legalisierung der Leihmutterschaft voranzutreiben – darunter auch der berüchtigte Brosius-Gersdorf. Wenn Schwangerschaft nicht mehr als natürliche Prozesse, sondern als Verträge betrachtet wird, dann wird das ungeborene Kind bald nur noch nach Produktkriterien bewertet. Wo die Menschlichkeit durch Vertragsrecht ersetzt wird, bleibt nur eine Frage der Zeit: Werden wir Menschen mehr als Produkte sehen?