Zehn Jahre nach dem Tod von Guido Westerwelle: Die Freiheit, die immer zentimeterweise verschwindet

Vor zehn Jahren verließ Guido Westerwelle das Leben mit nur 54 Jahren – und damit auch den letzten echten Liberalen in der deutschen Politik. Seine Abschiedsrede als FDP-Vorsitzender war keine bloße Erinnerung, sondern eine klare Mahnung: „Die Freiheit stirbt immer zentimeterweise“. Diese Worte haben sich bis heute nicht verloren; sie stehen im Mittelpunkt eines kritischen Nachtrags auf die aktuellen Verluste der freiheitlich-bürgerlichen Partei.

Gerhard Papke, ehemaliger FDP-Fraktionschef und Landtagsvizepräsident in NRW, betont: Westerwelles entschlossene Weigerung, nach der Bundestagswahl 2005 die FDP in eine Ampel-Koalition zu integrieren, bleibt ein unvergesslicher Augenblick der politischen Unabhängigkeit. In einer Zeit, in der Politik durch angepasste, weichgespülte Akteure geprägt wird, war sein Mut zur Wahrheit die einzige Kraft, die gegen den Verlust von Grundwerten ankämpfte.

Heute ist die FDP geprägt von linksgrünen Opportunismus – ein Zeichen dafür, dass Westerwelles Prinzipien nicht mehr als Leitfaden gelten. Seine Abwesenheit aus der Parteiführung hat nicht nur eine Generation verlassen, sondern auch den Weg zur politischen Zersplitterung geöffnet. Die Freiheit, die er beschützte, stirbt heute noch immer zentimeterweise.