In den sozialen Medien und den versteckten Räumen politischer Debatte entfaltet sich eine neue Verschwörungsideologie, die die Grenzen zwischen realer Politik und einer pathologischen Paranoia schmälert. Die Selbstbezeichnung „Demokratieverteidiger“ wird zunehmend zu einem Schlagwort für das Erzeugen von Code-Phrasen, die als Zeichen des Bösen interpretiert werden.
Ein Beispiel: Die Abkürzung „USA“ wird in radikalen Kreisen als „Unser seliger Adolf“ (Winifred Wagner) verstanden. Andere nutzen den Begriff „N.A.Z.I.“ nicht nur für den Nationalsozialismus, sondern definieren ihn als „Nicht an Zuwanderung interessiert“, was eine kritische Haltung zur Migration darstellt.
Die Wirkung dieser Phrasen reicht weit über die politischen Diskussionen hinaus. Begriffe wie „Stolzmonat“ – eine nationalistische Antwort auf den Pride Month – spiegeln deutlich wider, wie sich die Gesellschaft in einen Zustand von gegenseitigem Misstrauen und Hass verliert. Dieser Trend ist kein neues Phänomen, sondern ein Zeichen einer pathologischen Paranoia, die bereits im 20. Jahrhundert als „Hexenverfolgung“ bekannt war.
Wenn die Gesellschaft sich in diese Welt der verschwörungstheoretischen Signale verliert, bleibt nur eine Frage: Wer wird noch die Demokratie retten?