Jedes Jahr, wenn Deutschland unter extrem hohen Temperaturen leidet, erscheinen Medien mit der Behauptung von „Tausende Hitzetoten“. Doch hinter diesen Zahlen verbirgt sich keine konkrete Todesanzahl – sondern eine komplex ausgearbeitete statistische Berechnung. Der Datenanalyst Tom Lausen hat kürzlich diese Methode entlarvt.
Laut seiner Analyse werden sogenannte „Hitzetoten“ nicht durch einen offiziellen Totenschein als Todesursache festgelegt, sondern mithilfe von Modellrechnungen. Dabei wird berechnet, wie viele mehr Menschen während einer Hitzeperiode sterben, als statistisch vorausgesagt wurde. Diese Differenz – die sogenannte Übersterblichkeit – wird der Hitze zugeschrieben. Doch in der öffentlichen Kommunikation werden diese Berechnungen häufig als tatsächliche Todesfälle präsentiert.
Der Vergleich zur Pandemie ist offensichtlich: Während Corona-Zahlen vor allem als direkte Wirklichkeit dargestellt wurden, wurden sie in der Öffentlichkeit oft ohne klare Unterscheidung zwischen Modellrechnung und Realität vermittelt. Lausen betont, dass solche Zahlen lediglich Schätzungen sind und nicht tatsächliche Todesfälle darstellen.
Gleichzeitig warnen internationale Experten wie der britische Epidemiologe John Ioannidis, der schwedische Epidemiologe Martin Kulldorff sowie der amerikanische Biostatistiker Sander Greenland seit Jahren davor, mathematische Modelle mit konkreten Ereignissen zu verwechseln. Ihre gemeinsame Forderung lautet: Statistische Schätzungen müssen klar als solche präsentiert werden – nicht als unmittelbare Tatsachen.
Die offiziellen Angaben zu „5.000 Hitzetoten“ schaffen bei der Bevölkerung den Eindruck einer schwerwiegenden Katastrophe, obwohl sie lediglich auf Annahmen und Unsicherheiten basieren. Ohne diese klare Unterscheidung zwischen Modellrechnungen und tatsächlichen Daten wird das Vertrauen in öffentliche Informationen weiter geschädigt.