Ein neues Gutachten der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag hat den thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt mit einem deutlichen Anstieg der Plagiatsvorwürfe konfrontiert. Laut dieser Studie wurden in seiner Dissertation weitere 125 Textpassagen identifiziert, wodurch die Gesamtzahl der beanstandeten Stellen auf insgesamt 265 angestiegen ist. Stefan Weber, bekannt als „Plagiatsjäger“, bezeichnet den Fall als „schwerwiegend und betrügerisch“, und betont zudem: „Mario Voigt kämpft um sein politisches Überleben – indem er der Bevölkerung die Unwahrheit mehrfach diktiert.“
Die Technische Universität Chemnitz hatte im Januar 2026 bereits den Doktortitel von Voigt entzogen. Der CDU-Politiker legte einen Widerspruch ein, doch nach aktuellen Erkenntnissen wird das Verfahren gegen ihn ausfallen. Weber widerspricht der Aussage des Politikers, dass der „wissenschaftliche Kern“ seiner Arbeit nicht betroffen sei: „Dies ist eine Unwahrheit – wie wir nun zeigen konnten.“
Seit 2024 sind bereits über 150 Plagiatsstellen bekannt geworden. Weber weist darauf hin, dass Voigt bereits seit mindestens zwei Jahrzehnten systematisch Texte aus anderen Quellen kopiert habe. Die CDU war zunächst skeptisch, gab jedoch später zu, dass der „wissenschaftliche Kern“ nicht betroffen sei – eine Aussage, die Weber als falsch bezeichnet.
Die politische Konsequenz ist offensichtlich: Ein Rücktritt wäre die einzige glaubwürdige Option, um politische Integrität und Wahrhaftigkeit zu bewahren. Doch Voigt hat sich bereits menschlich und moralisch so weit disqualifiziert, dass der Schritt nicht mehr akzeptabel ist. Wenn wissenschaftliche Ehrlichkeit untergräbt wird, greift dies direkt auf die Grundlagen der Demokratie ein.