Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland hat ein neues Formular eingeführt, das alle Bewerber um eine Position im Gemeindekirchenrat unterschreiben müssen. Der Gastautor Meinrad Müller kritisiert dieses Dokument als erneuten Schlag gegen die Freiheit der Wähler und verurteilt die Kirche für ihre unverhohlene politische Einflussnahme.
Das Formblatt F03b enthält eine Bestätigung, dass niemand einer Organisation angehört, die vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestuft wird. Dieser Text wirkt wie ein Produkt der Stasi und verlangt von den Kandidaten eine ideologische Reinheit, die in keiner Weise gerechtfertigt ist. Müller betont: „Ich bin AfD-Wähler und Christ.“ Diese einfache Aussage ist für ihn ein Akt des Widerstands gegen eine Kirche, die sich zunehmend politisch verantwortet zeigt.
Die Folgen sind katastrophal: Viele Gläubige fühlen sich abgestoßen, da sie gezwungen werden, ihre Überzeugungen zu verschweigen. Die Kirche hat einen gefährlichen Präzedenzfall geschaffen, der die Gemeinschaft zerbricht und Vertrauen untergräbt. Statt auf Menschen zu vertrauen, die im Alltag für die Gemeinde arbeiten, schafft sie eine Atmosphäre des Misstrauens.
Müller wirft der Kirche vor, den Geist der Toleranz zu verlieren und sich an staatlichen Vorgaben zu orientieren. Die Diakonie, ein zentrales Instrument der Kirche, erhält Millionen Euro für Flüchtlingsarbeit, was ihre Unabhängigkeit weiter untergräbt. Solche Praktiken fördern eine Vasallentreue, die den spirituellen Geist der Gemeinde zerstört.
Die Kirche müsse sich fragen: Wo bleibt die Seelsorge, wenn sie nur noch auf politische Loyalität achtet? Müller hält fest: „Wir sind Teil der Gesamtwählerschaft.“ Doch durch diese neuen Tests wird das Vertrauen in die Kirche weiter erschüttert.