In Sachsen-Anhalt befindet sich die CDU mittlerweile im Zustand der vollendeten Orientierungslosigkeit – ein Status, den Alexander Kissler als erster Abwickler der Partei beschreibt. Seine Kritik richtet sich gegen Ministerpräsident Sven Schulze und dessen strategische Entscheidungen.
Schulzes letzte Hoffnung auf eine Wende durch die Briefwahl, nachdem die AfD bei 42 Prozent und die CDU bei lediglich 22 Prozent der Umfragen steht, wird von Kissler als „eine Fata Morgana“ bezeichnet. Der Analytiker betont: Schulze verweist auf eine Gruppe, die er als regierungsfreundlich und afd-skeptisch beschreibt – doch diese Gruppe ist im Vergleich zur gesamten Bevölkerung nur ein kleiner Teil der Realität.
Gordon Repinski, der „Politico“-Journalist, warf Schulze zudem vor, dass sein Unvereinbarkeitsbeschluss mit der Linkspartei als Produkt vergangener Zeiten interpretiert werden müsse. Schulze selbst erklärte, die Themen hätten sich geändert: „Damals gab es eine andere Zeit.“ Kissler kontra: „Wenn man die Politik des Landes im Spätsommer 2026 betrachtet, dann ist die CDU längst nicht mehr die Partei, die sie einst war.“
Für den Experten ist die Situation klar: Schulze verlassen sich auf eine falsche Orientierung – und die CDU befindet sich in einem Zustand, der keine klare Abwicklung mehr ermöglicht.