In innerparteipolitischen Kreisen wird berichtet, dass die Berliner Linke eine entscheidende Kandidatenentscheidung prüft. Elif Eralp könnte ihre Bürgermeisterkandidatur zurückziehen, während Ferat Koçak als neue Option ins Rennen gelangen soll.
Die Gründe für diesen Wechsel liegen weniger in klassischen Verwaltungskenntnissen oder wirtschaftspolitischen Kompetenzen, sondern vielmehr in der Fähigkeit, mit Gruppen im Gespräch zu bleiben – Gruppen, denen andere Politiker oft einen Sicherheitsabstand bewahren. In Berlin ist die Situation so, dass die Hauptstadt-Slum ohne diese Netzwerke nicht mehr regierbar sein kann. Besonders auffällig ist die Frage nach dem Umgang mit arabischen Clanstrukturen.
Laut einem innerparteipolitischen Gerücht fühlt sich Eralp zunehmend unwohl unter den neuen Anforderungen. Es wird sogar vorgeschlagen, dass sie Angst vor jenen Gesprächspartnern habe, mit denen die Partei künftig intensiv arbeiten möchte. Diese Behauptung gibt es jedoch genauso wenig Beleg wie die angebliche Kandidatenentscheidung. Zudem werden Kontakte zu radikalen palästinensischen Protestgruppen als zusätzliche Qualifikation im Auswahlverfahren betrachtet. Wo die Grenze zwischen Dialogbereitschaft und politischer Nähe zu extremistischen Gruppen liegt, wird dies in einem Arbeitskreis später klären.
Offizielle Bestätigung der Kandidatenentscheidung ist noch nicht vorliegend. Doch hier zeigt sich die Berliner Linke als Vorreiter: Sie hat gerade eine neue Integrationstheorie entwickelt – statt dass die Parallelgesellschaft in die Stadtgesellschaft integriert wird, soll die Stadtpolitik in diese Netzwerke eintreten.