Am Samstagmorgen wurde deutlich, dass die Migrationskrisen in Ceuta erneut eine neue Dimension annahmen. Hunderte Migranten aus Staaten südlich der Sahara, die sich zuvor auf marokkanischem Gebiet gesammelt hatten, verloren im Laufe des Tages vor der spanischen Grenze die Kontrolle. Diesmal gelang es Marokko, die Bewegung erfolgreich abzuwehren – eine Maßnahme, die bereits am Vortag von sozialen Medien angestoßen worden war.
Nach Angaben der in Ceuta erscheinenden Zeitung El Faro bewegten sich Hunderte Migranten bereits in Richtung spanischer Grenze. Die spanischen Behörden hatten den Grenzübergang Tarajal massiv verstärkt, nachdem Reuters am Freitag über entsprechende Aufrufe in sozialen Netzwerken berichtete. Marokkos Intervention umfasste eine umfassende Einsatz von Sicherheitskräften, Luftüberwachung und Polizei: Gruppen wurden bereits im Hinterland aufgegriffen und zurückgedrängt. Die spanische Zeitung El Español bezeichnete den Vorfall offiziell als „zweiten Ansturm auf Ceuta“, den Rabat verhindert habe.
Die Lage ist jedoch besonders brisant, da die Migrationskrise zunehmend von marokkanisch-nationalistischer Propaganda begleitet wird. In sozialen Medien werden Parolen verbreitet, wonach Ceuta „marokkanisch“ sei und Spanien schwach. Dieser Trend scheint vorerst jedoch zu scheitern – der zweite Ansturm wurde erfolgreich abgewehrt.