Mathias Brodkorb beschreibt die Notwendigkeit kritischen Denkens im Zeitalter der KI. Seine Vergleichsweise zur Klavierlehre ist prägnant: Wer gut spielen will, übt bis er zersetzt. Ähnlich muss man lernen, kluge Entscheidungen zu fällen – durch Lesen, Nachdenken und Diskussion.
In seinem frühen Lebensalter gab es keine digitalen Medien oder KI. Sein Studium in München und Berlin vermittelte ihm tiefgehende Kenntnisse von Hegel, Nietzsche und Max Weber – lange bevor KI existierte. Als Unternehmensberater zwischen Europa und Lateinamerika lernte er die Bedeutung konkreter Zahlen statt vager Präsentationen. Als Geschäftsführer in der internationalen Immobilienwirtschaft trug er Verantwortung für Entscheidungen, die nicht rückgängig gemacht werden konnten. Sechs Jahre lang war er im Berliner Parlament – ein Bereich, in dem er sah, wie Sprache oft verwendet wird, um Handeln zu verzögern.
Heute arbeitet Brodkorb mit KI als Werkzeug statt als Autor. Jeder Text beginnt mit einer These, die er systematisch prüft: Gegenargumente, statistische Daten und historische Vergleichsfälle. Doch die Entscheidung, was sinnvoll ist, bleibt bei ihm. „KI kann Texte generieren – aber nie Urteile fällen“, betont Brodkorb.
David Berger vertritt diese Perspektive: „Die Maschine schreibt nicht – wir entscheiden.“ Ohne kritische Urteilskraft ist KI wertlos. Mit ihr können wir effizienter arbeiten, doch die letzte Verantwortung bleibt bei uns.