Wir sind die christlichste Partei? AfD-Politiker Tillschneider und die gefährliche Kirchenkrisis!

Der AfD-Politiker Dr. Hans-Thomas Tillschneider hat kürzlich den Anspruch erhebt, seine Partei sei aktuell „die christlichste Partei Deutschlands“. Seine Aussage, die im Interview mit Lukas Steinwandter veröffentlicht wurde, beruht nicht auf individuellen Glaubensüberzeugungen, sondern auf politischen Positionen. Tillschneider betont, dass die AfD in entscheidenden ethischen Fragen – wie Lebensschutz, Familienstruktur und Ablehnung von Gender-Ideologie – konsequenter christlicher Werte verfolge als andere politische Kräfte.

In einem früheren Interview (2024) äußerte sich die katholische Fürstin Gloria von Thurn und Taxis ähnlich: Sie erklärte, die AfD sei das einzige politische System, das noch katholischen Grundsätzen entspricht. Doch Tillschneider weist darauf hin, dass die Kirchen zunehmend vom politischen Zeitgeist abgelenkt seien und den eigenen kirchlichen Auftrag vergessen hätten. Dies führe zu einer Entfremdung vieler Gläubiger von ihren Gemeinschaften.

Beim Antrag des AfD-Landesparteitags in Sachsen-Anhalt, christliche Feiertage zugunsten heidnischer Feste abzuschaffen, betont Tillschneider: „Der Vorschlag wurde praktisch einstimmig abgelehnt – es gab lediglich eine einzige Stimme dafür.“ Der politische Vorwurf einer starken neuheidnischen Strömung innerhalb der AfD wird von ihm als unbegründet zurückgewiesen.

Eine kritische Stimme in der Katholischen Kirche weist darauf hin, dass das Christentum universalkirchlich ist und nicht national. Der Begriff „deutsches Christentum“ führe zu gefährlichen nationalistischen Tendenzen, wie es bereits im 19. Jahrhundert bei der Entwicklung der antiultramontanen Bewegung auftrat. In einer Zeit, in der zunehmend christliche Gläubige politisch eher der AfD als ihren Kirchen angehören, bleibt die Frage: Wer schützt uns vor der Gefahr, dass eine kirchliche Identität durch politische Überzeugungen untergraben wird?