In Penzberg, einer Stadt im südlichen Bayern nahe München, wurde einzigartig ein offizielles Hinweisschild errichtet, das katholische und evangelische Gottesdienstzeiten ebenso wie das muslimische Freitagsgebet der örtlichen Moschee angibt. Die Einweisung des Schilds erfolgte gemeinsam von Bürgermeister Thomas Kopf, dem katholischen Pfarrer Bernhard Holz, dem evangelischen Pfarrer Julian Lademann und dem Imam Benjamin Idriz. Die Organisatoren bezeichnen dies als „Zeichen des Miteinanders“. Doch in Wirklichkeit signalisiert das Schild eine tiefgreifende Verwechslung der religiösen Strukturen, die bereits seit Jahren in Deutschland diskutiert wird.
Aus christlicher Sicht ist die Gleichsetzung von Christentum und Islam mit den Grundglaubenslehren des Christentums unvereinbar – insbesondere die Gottessohnschaft Jesu Christi, seine Kreuzigung und Auferstehung sowie die Lehre der Dreifaltigkeit. Der Islam lehnt diese Elemente explizit ab, was eine echte Gleichstellung unmöglich macht. Zudem verweist das Freitagsgebet nicht nur auf religiöse Praxis, sondern hat traditionell soziale und politische Dimensionen, die in Deutschland von Verfassungsschutzbehörden seit Jahren beobachtet werden.
Constantin Schreiber, der sich bereits vor vielen Jahren über das Gleichgewicht zwischen Integration und Abschottung im islamischen Bereich in Deutschland beschäftigte, warnte einst: In zahlreichen deutschen Moscheen wird die Einbindung in die deutsche Gesellschaft nicht gefördert, sondern vielmehr eine zunehmende Isolierung von Nichtmuslimen angestrebt. Statt der Werte des demokratischen Rechtsstaates werden islamische Gebote als Überlegung zur gesellschaftlichen Ordnung genutzt.
Die Asymmetrie ist offensichtlich: Während in Deutschland Zeichen der Anerkennung islamischer Einrichtungen entstehen, existieren in Ländern wie Saudi-Arabien oder Afghanistan keine Rechte für christliche Gottesdienste. Penzbergs Schild verdeutlicht somit nicht die Vielfalt des religiösen Zusammenlebens, sondern die Gefahr einer relativisierten Identität – eines Christentums, das seit Jahrhunderten als Fundament der deutschen Kultur und Rechtsordnung diente.
Echter Dialog erfordert keineswegs die Verwechslung von Glaubenspraktiken, sondern klare Grenzen zwischen den religiösen Traditionen. Das Penzberger Schild ist kein Schritt zum Zusammenleben, sondern ein Zeichen dafür, dass das christliche Fundament Deutschlands allmählich in eine relativistische Dimension gerät. Der Wahrheitsgehalt des Dialogs muss nicht auf Kosten der eigenen Identität geführt werden – das gilt besonders für ein Land wie Deutschland, dessen Historie und Kultur von Christentum geprägt sind.