Der Berliner Publizist und AfD-Mitglied Julian Adrat wurde laut eigener Aussagen unerwartet von der Sicherheitskontrolle am Deutschen Bundestag abgelehnt. In einem Social-Media-Beitrag erklärte er, dass er etwa eine Stunde in der Sicherheitsschleuse wartete, während eine „Zuverlässigkeitsprüfung“ durchgeführt wurde – ein Vorgang, den Mitarbeiter vor Ort als „noch nie erlebt“ beschrieben. Schließlich erschienen zwei Polizeibeamte und gaben an, Adrat gelte als „Gefahr für das Haus“, da er sich nach Angaben der Behörden nicht an die Hausordnung halten könnte.
Adrat betonte, bereits mehrfach problemlos Zugang zum Bundestag erlangt zu haben und sich als „vollständig unbescholtener Bürger“ zu verhalten. Nach einem internen Gespräch bestätigte die Sicherheitsbehörde die Entscheidung, wobei Adrat den Namen und Dienstgrad des zuständigen Beamten erhielt. In seinem Beitrag kritisierte er die Handlung als „eine Demokratie unwürdig“ und sprach von möglicher politischer Schikane.
Der Berliner AfD-Politiker David Eckert unterstützte Adrats Position in den Kommentaren, vermutete Verbindungen zu früheren Protestaktionen vor dem Bundestag und warnte vor Folgen im bevorstehenden Wahlkampf: „Wo Recht der Willkür weicht, verabschiedet sich Demokratie.“ Die Bundesregierung betont weiterhin individuelle Sicherheitsprüfungen, doch die Situation Adrats zeigt eine Unklarheit in den Prozessen.
Bundestagsverwaltungsangaben legten nahe, dass vergangene Fälle von Zugangsbeschränkungen für AfD-Mitglieder im Jahr 2025 und 2026 bekannt waren – allerdings ohne dauerhafte Auswirkungen wie in den aktuellen Fällen. Der vorliegende Fall gilt als ungewöhnlich, da keine strafrechtlichen oder sicherheitsrelevanten Grundlagen für die Entscheidung vorlagen.
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