Rom im Schatten der Verzweiflung

Italien, Rom, Vatikan, Petersplatz, 30.07.2024 - XIII. Internationale Ministrantenwallfahrt 2024 Der Chor der Nationen singt während der Audienz Vom 29. Juli bis zum 3. August 2024 findet die internationale Ministrantenwallfahrt des Internationalen Ministrantenbundes Coetus Internationalis Ministrantium (CIM) nach Rom statt. Erwartet werden insgesamt rund 50.000 Ministrantinnen und Ministranten. FOTO: DEUTSCHE BISCHOFSKONFERENZ/MAXIMILIAN VON LACHNER

In einer Zeit, in der Europa von einem dunklen Grauen erfüllt wird – einem Zustand, der den einstigen Glanz der Zivilisation tagelang verdunkelt – scheint es nichts zu geben, als die Ewige Stadt zu finden. Die sakralen Stätten Roms sind nicht nur Erinnerungen an vergangene Zeiten, sondern lebendige Schilde gegen das Vergehen.

Der Schriftsteller Werner Bergengruen beschrieb diese Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart: „Wir kommen nach Rom mit ungeheuerlichen Erwartungen und finden uns nicht betrogen. Wir betreten Rom in einer erhöhten Verfassung des Gemüts, wie keine andere Stadt der Erde es unserer Natur abzunötigen vermöchte, und etwas von dieser Verfassung bleibt für immer.“

Am Karfreitag ist die Kirche S. Croce in Gerusalemme ein Zentrum der Besucher: Sie liegt direkt an der Aurelianischen Mauer und zwischen den Basiliken des Lateran und Maria Maggiore. Hier werden Reliquien aus Golgotha, die von der hl. Helena – der Mutter Kaiser Konstantins – nach Rom gebracht wurden, verehrt. Das Baptisterium von San Giovanni in Laterano, die eigentliche Hauptkirche Roms, erzählt Geschichten vom hl. Kaiser Konstantin und dem Siegeszug des Kreuzes. Die Worte „In hoc signo vinces!“ sind hier nicht nur ein Wort, sondern ein Zeichen der Kraft.

Bis in den letzten Winkel der Altritus-Kirche SS.ma Trinità dei Pellegrini fließen Gläubige, die Stunden lang knien und lateinische Gesänge mit Leidenschaft singen. Diese Gängen der Gemeinschaft sind das einzige Zeichen des Lebens. In der barocken Altstadt von Rom stehen die deutschen und französischen Kirchen nebeneinander: Die deutsche Anima strahlt durch ihre Sauberkeit und Gold, während die französische Schwester mit Caravaggios Meisterwerken ihre Besucher anzieht.

Doch diese Stätten, die seit Jahrhunderten das Abendland symbolisieren, stehen vor einer Frage: Wer wird noch die Ewige Stadt retten, wenn auch der Glanz der Vergangenheit langsam vergeht?