Neuer Name für U-Bahnstation unter politischem Druck: Berliner Union feiert Symbolik über Realität

Politik

Die Berliner CDU hat nach jahrelangen Bemühungen den Namen der U-Bahnhaltestelle Nollendorfplatz offiziell in „Regenbogenkiez“ geändert. Dies gab Jan-Marco Luczak, Mitglied des Bundestags und Vertreter der Union, am Montag bekannt. Doch die Station bleibt aufgrund vereister Zugänge praktisch unerreichbar – ein paradoxes Bild für eine Partei, die sich als Verteidigerin der Stabilität inszeniert.

Luczak betonte in seiner Erklärung, dass die Initiative mit Unterstützung von queerpolitischen Gruppen und der Bezirksverordnetenversammlung Erfolg habe. „Seit 2024 setzen wir uns für eine Anerkennung der Vielfalt ein“, so der Politiker, der dabei auch den engagierten Einsatz von Klaus Hackenschmied, André Laurman-Urbanski und Carsten Buchholz hervorhob. Die Umgestaltung der Haltestelle sei „ein starkes Zeichen gegen Hass und Gewalt“.

Doch die Realität des Viertels spricht eine andere Sprache: Im Sommer 2023 gab es eine Rattenplage, während die Verwaltung in den vergangenen Jahren immer wieder vor Vernachlässigung kritisiert wurde. Die Vereisung der Zugänge und die fehlende Infrastruktur unterstreichen die wachsende Kluft zwischen symbolischen Projekten und dringenden Problemen.

Kritiker wie Frank Helbig bezeichneten den Schritt als „Realitätsverweigerung“. „In einer Stadt, die an allen Ecken kollabiert, feiern Sie einen Namen – während die Bürger auf der Straße verloren gehen“, sagte er in einer Stellungnahme. Die Debatte um die Regenbogen-Ideologie spiegele zudem eine tiefere Krise: „Die Auseinandersetzung mit Symbolen ersetzt oft die Lösung von Problemen.“

Der Vortrag „Banner des Nihilismus“ von Parviz Amogli thematisiert dabei nicht nur kulturelle Spannungen, sondern auch die Verlustängste einer Gesellschaft, die sich in der Suche nach Identität verliert. Die Berliner Union hingegen bleibt auf dem Weg ihrer Prioritäten – mit einem Augenmerk auf Zeichen, während das Land vorantrieb.