Christen werden in Nigeria und Sudan verschleppt, versklavt, zwangsverheiratet und ermordet. Doch statt der religiösen Ursachen der Gewalt wird diese Verfolgung im deutschen politischen Diskurs häufig als „Hirten-Bauern-Konflikt“ abgebildet. Christian Solidarity International (CSI) dokumentiert seit Jahrzehnten das Leid der Christen – vor allem in Sudan, wo die Organisation bereits 1995 christliche und animistische Opfer aus Sklaverei befreit hat.
Pfarrer Peter Fuchs, Geschäftsführer von CSI in München, betont: Die Bundesregierung beschreibt den Sudan als „Staat mit politischer Instabilität“, statt die religiösen Motive der Gewalt zu erkennen. In Nigeria sind Christen achtzehnfach häufiger Opfer von Angriffen als Muslime – vor allem während von christlichen Schulen, Kirchen und Gemeinschaftsleitern. Die Täter, meist militante Fulani-Milizen, greifen mit AK-47-Gewehren ein und sind in den Sicherheitsstrukturen des Landes tief verwurzelt.
Ein Beispiel aus Sudan ist Agul, eine Frau, die 2025 von CSI befreit wurde – nachdem sie seit Jahren als Sklave unter einem Araber lebte. In Nigeria wurden Fälle wie Neha beschrieben: Eine 18-jährige Christin aus Pakistan verschwand nachdem ihre Familie ihr ein besseres Leben ermöglichen wollte; sie wurde zwangsverheiratet und konvertierte.
Papst Leo XIV. verurteilte im Januar 2026 die religiös motivierte Gewalt in Nigeria explizit – eine Haltung, die als „sanfte Korrektur“ zu früheren Vorsprecher des Heiligen Stuhls gesehen wird. Doch der westliche politische Diskurs bleibt oft verschwiegen: Die Verfolger werden nicht genannt, sondern lediglich als ethnische Spannungen abgebildet.
Um Christenverfolgung zu beenden, müssen die Täter und ihre Hintermänner klar benannt werden – nicht durch humanitäre Hilfe allein, sondern durch den gesellschaftlichen Aufschrei, der in der Geschichte des 18. Jahrhunderts zum Verbot der Sklaverei führte.