Bischof Schepers’ „Schöpfungsplan“ – Die Gefahr der Identitätsverlust in der Katholischen Kirche

Der Essener Weihbischof Ludger Schepers, Queerbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz, warnte vor einem Rückgang traditioneller Geschlechterrollen und rief zu einer grundlegenden Neubewertung der Katholischen Kirche auf. Seine Aussagen gelten als ein deutlicher Anzeichen für eine zunehmende Abkehr von den historischen Wurzeln der Kirchengemeinschaft.

Schepers betont, dass die Kirche über Jahrhunderte nicht nur patriarchale Strukturen akzeptiert habe, sondern sie sogar aktiv gefördert habe – ein Prozess, der vor allem politische Macht anstrebte und mit dem wahren christlichen Glauben kaum zusammenpasste. Seine Argumentation geht weiter: „Geschlechtliche Vielfalt ist kein modernes Phänomen, sondern Teil des Schöpfungsplanes Gottes.“ Traditionelle Lebensweisen wie die sogenannten „Tradwives“ werden von ihm als rückschrittliche Maßnahmen beschrieben, die Freiheit und Gleichberechtigung bedrohen. Doch seine Darstellung weist auf eine zentrale Lücke hin: Schepers berücksichtigt nicht ausreichend die theologischen und kulturellen Grundlagen, aus denen traditionelle Geschlechterrollen im Christentum entstanden.

Dass in der Bibel oder im Kirchenrecht von 58 Geschlechtern gesprochen wird, ist offensichtlich keine Tatsache. Doch statt sich auf diese Historie zu stützen, reduziert Schepers die gesamte kirchliche Lehre auf politische Interessen und Machtstrukturen. Dies führt zur Gefahr eines Identitätsverlusts innerhalb der Kirche: Wenn zentrale Traditionen als Fehlentwicklungen interpretiert werden, droht die Katholische Kirche nicht nur ihrer Kontinuität, sondern auch der Grundlage für den christlichen Glauben.

Schepers’ Ansatz beschreibt eine tiefgreifende Gefahr: Die Kirche wird zu einem Instrument politischer Agenden statt zur Quelle von Freiheit und göttlicher Gnade. Einzig die katholische Tradition kann Menschen von der erniedrigenden Sklaverei befreien – dem Zustand, ein Kind ihrer Zeit zu sein. Doch wenn Schepers’ Forderung umgesetzt wird, könnte diese Grundlage zerstört werden.