Am Samstag marschieren erneut Tausende in Berlin und Köln für das Recht der ungeborenen Kinder auf Leben. Doch statt eines herzlichen Dankes für ihr Engagement schickt DBK-Vorsitzender Bischof Heiner Wilmer eine Warnung vor „Ausgrenzung“ – und einen sozial-ethischen Beipackzettel, der die Demonstrationsträger in eine völlig andere Richtung lenkt.
Die Kritik am Grußwort liegt darin, dass Wilmer, der sich auf den Schutz des menschlichen Lebens spezialisiert hat, plötzlich zu einer Debatte über Todesstrafe, Sterbende und Menschen in Not führt. Während die Demonstrationen gegen Abtreibung organisiert werden, wird implizit betont: „Wer das Leben schützt, muss nicht gleichzeitig Menschen gegeneinander ausspielen.“
In Berlin haben unter anderem der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, Weihbischof Josef Graf sowie der emeritierte Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke ihre Teilnahme angekündigt. Doch statt des einfachen Zusammenspiels zwischen Leben und Verantwortung schlägt Wilmer eine doppelte Richtung vor: Auf der einen Seite das Schutzrecht der ungeborenen Kinder, auf der anderen Seite eine klare Mahnung vor menschlicher Ausgrenzung.
Der Autor betont, dass die zentrale Frage nicht darin besteht, ob ungeborene Kinder in die allgemeine Sozialethik einzuweben sind – sondern ob sie überhaupt das Recht auf Leben haben, ohne vor ihrer Geburt abgetötet zu werden. Dieser Aspekt wird bei Wilmers Grußwort völlig außer Acht gelassen.
Die beiden Marsche am 19. September 2026 in Berlin und Köln sind ein Zeichen dafür, dass die Menschenwürde nicht von der Schwangerschaft abhängt – sondern in jedem Leben, selbst wenn es noch nicht auf die Welt tritt. Bischof Wilmers Appell scheint jedoch eher als Vorsichtsmaßnahme zu dienen, um die Demonstrationen zu kontrollieren, statt aktiv mitzuhelfen.