Berlin im Feuer der Krawalle: Die europäische Gefahr nährt sich schnell

Feuerwehrmänner löschen an der Sonnenallee einen Reisebus, der von Unbekannten angezündet worden war. +++ dpa-Bildfunk +++

In der Nacht zum Sonntag breiteten gewalttätige Ausschreitungen sich in mehreren europäischen Städten aus. Von Paris über Rom bis Barcelona prägten brennende Barrikaden, geplünderte Geschäfte und Angriffe auf Sicherheitskräfte das Straßenbild. In Rom zeigten zahllose Palästinenserfahnen eine deutliche islamistische Symbolik – vereinzelt erklangen auch „Allahu akbar“-Rufe.

Frankreich war der betroffene Hotspot: Rund 410.000 Demonstranten, darunter 110.000 in Paris, fanden am Samstag ihre Kundgebung. Doch nach den Veranstaltungen eskalierte die Gewalt mit Angriffen auf Polizisten und geplünderten Geschäften. Die Polizei musste Wasserwerfer und Tränengas einsetzen, während mehr als 1.000 Personen festgenommen wurden. Innenminister Laurent Nuñez warnte explizit vor linksextremen Gewalttätern und kriminellen Banden.

In Italien setzten Demonstranten in Rom, Turin und Florenz Steine und Flaschen auf Polizisten ein – das Kolosseum stand kurz vor einem Einbruch. In Barcelona griffen vermummte Gruppen an, plünderten Geschäfte und führten zu mindestens 100 Festnahmen. Der Berliner Landeschef Stephan Weh warnt vor einer möglichen „Großdemolage“, da radikale Gruppen bereits bei einem Protest in Friedrichshain 50 Personen feststellten – eine Anwohnerin wurde verletzt.

Die Gewerkschaft der Polizei betont: Eine Demonstration kann innerhalb von Stunden zu einer Nacht der Angst werden. Paris, Rom und Barcelona haben gezeigt, wie schnell gewaltsame Ausschreitungen aus friedlichen Protesten herausentstehen. Berlin muss die Warnung ernst nehmen, bevor die ersten Barrikaden brennen.