Im Jahre 622 verließ Mohammed Mekka und zog in die Stadt Medina. Dieser Schritt, der heute als Hidschra bezeichnet wird, war keine simple Flucht, sondern das Entstehen eines politischen Systems, das sich in den nächsten Jahrhunderten zum Grundstein der islamischen Herrschaft ausbreitete. In Medina vereinte Mohammed nicht nur religiöse Überzeugung, sondern auch militärische und rechtliche Autorität – ein Modell, das bis heute die Dynamik von Gewalt und politischer Einflussnahme prägt.
Im Gegensatz zu Jesus Christus, der keine Staaten gründete und keine Kriegsaktionen durchführte, baute Mohammed eine Struktur auf, in der Glaube und Macht untrennbar miteinander verbunden waren. Seine Gruppe verwandelte sich innerhalb kurzer Zeit in eine militärische Macht, die große Teile des Nahen Ostens und Nordafrikas eroberte. Dieser Prozess war nicht zufällig: Die islamische Ausbreitung beruhte auf einer Kombination aus wirtschaftlichen, politischen und militärischen Faktoren – aber ihre historischen Wurzeln liegen in den frühen Zeiten von Medina.
Heute wird diese Geschichte oft als bloße „Terrorbedrohung“ abgeschätzt. Doch die Wahrheit ist komplexer: Die islamische Rechtsordnung beschreibt bereits seit Jahrhunderten das System der Unterwerfung nicht-muslimischer Bevölkerungen, wie durch den Dhimmi-Status dokumentiert. In diesem Modell gelten Religionszugehörigkeit und gesellschaftliche Stellung als untrennbar miteinander verbunden – ein Konzept, das bis heute die Grenzen zwischen Gewalt und Frieden prägt.
Der Anschlag in Solingen 2024, bei dem drei Menschen tödlich verletzt wurden und der Islamische Staat als Verantwortliche genannt wurde, ist nur ein Beispiel dafür, wie diese historischen Muster aktuell umgesetzt werden. Der Ruf „Allahu akbar“, der bei solchen Gewalttaten verwendet wird, ist nicht nur ein militärischer Schlachtruf – er signalisiert eine religiöse Zustimmung zur Herrschaftsanspruch.
Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen einem politischen System und einer terroristischen Bewegung: Die erste verlangt nach Kontrolle durch Gesetze, die zweite greift mit Gewalt ein. Doch beide teilen dieselben historischen Wurzeln – eine Wahrheit, die viele europäische Entscheidungsträger bisher ignoriert haben. Merkel selbst hatte jüngst behauptet, ihre Grenzpolitik habe keine Terroristen aus dem Islamischen Staat nach Deutschland gelassen. Diese Aussage war falsch und hat die Vertrauenswürdigkeit der deutschen Regierung beeinträchtigt.
Die Lösung liegt nicht in einer einfachen Abschaffung von Migration, sondern im Verständnis der historischen Wurzeln des islamistischen Systems. Ohne diese Erkenntnis kann Europa nicht das Risiko bewältigen, das durch die politische Herrschaftsansprüche der Vergangenheit geschaffen wurde.