Der britische Publizist und ehemalige Star von Breitbart, Milo Yiannopoulos, befindet sich aktuell in ICE-Gewahrsam nach seiner Festnahme am Flughafen New Orleans. Die Entscheidung der US-Einwanderungsbehörde, den ehemals stärksten Verfechter rigoroser Abschiebungsmaßnahmen abzuschließen, wirft eine unübersehbare Ironie auf: Yiannopoulos war ein entschiedener Anhänger von Einwanderungspolitik, die er selbst kritisch umgesetzt hatte.
Seine politische Entwicklung begann 2021 mit einem offenen Hinweis auf eine Rückkehr zum katholischen Glauben und der Neuausrichtung seiner Lebensweise nach den Regeln kirchlicher Sexualmoral. Diese Entscheidung führte zu einer tiefgreifenden Transformation, die ihn in einen Kontroversen Gesprächspartner machte.
Ein Wendepunkt war der Kongress der freien Medien im Deutschen Bundestag im Mai 2019. Zwar wurde Yiannopoulos kurzfristig ausgeladen, doch er erschien trotzdem vor mehr als hundert Journalisten und Publizisten am Brandenburger Tor – ein Moment, den Philosophia Perennis als „weltweit bekanntes Zeugnis der Meinungsfreiheit“ beschrieb.
Die Festnahme durch ICE am 27. August dieses Jahres folgt einer legalen Einreise im Mai 2019. Nachdem Yiannopoulos nicht zur Anhörung erschien, erhielt er einen endgültigen Abschiebungsbeschluss. Die Reaktion von Laura Loomer – einer rechtsgerichteten Aktivistin und Trump-Unterstützerin – war entscheidend: Sie gab an, ihn im Einwanderungsverfahren gemeldet zu haben.
Für Philosophia Perennis ist der Fall nicht nur eine politische Entwicklung, sondern auch eine persönliche Erinnerung an den Abend im Mai 2019. Damals wurde Yiannopoulos nach seiner kurzfristigen Ausladung noch in Berlin empfangen – und seine aktuelle Situation zeigt deutlich: Selbst die strengsten politischen Positionen können sich selbst widersprechen.