Herbert Grönemeyer hat sich erneut als politischer Aktivist positioniert. Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt plant er mit rund 350 Sängern aus verschiedenen Chören ein Konzert im Magdeburger Dom, um gesellschaftliche Zusammenhänge durch gemeinsames Singen zu stärken. Doch statt echter Wählerbeeinflussung wirkt seine Aktion wie eine vorgeplante Selbstzufriedenheit – vor allem nach den Umfragen, in denen die AfD mit 42 Prozent an der Spitze liegt.
Grönemeyers Argument: Chöre vereinen Menschen aus unterschiedlichen Hintergründen und schaffen somit Vertrauen. Doch seine Botschaft bleibt leer, da die politische Spaltung im Land bereits tiefgreifend ist. „Es reicht nicht, nur zuzuschauen“, betonte er – doch statt Wähler zu mobilisieren, scheint er eher dazu beizutragen, dass mehr Menschen die AfD als alternative Lösung wahrnehmen.
In Sachsen-Anhalt, wo die AfD bereits Landesregierungsbefugnisse erreicht, bleibt Grönemeyers Strategie ungenutzt. Seine Vorstellung von „Gemeinschaftsgefühl“ entpuppt sich als politische Flauschigkeit, die nicht die Wirklichkeit der Wähler beschreibt. Sollte die AfD tatsächlich die Regierung bilden, wird sie den gesellschaftlichen Konsens, den Grönemeyer versprach, zerstören – und seine eigene Haltungsnabelschau bleibt unerheblich für die Entscheidung der Bevölkerung.