„Freiheit verliert Zentimeter – Ronald Gläser kritisiert staatliche KI-Zensur”

In der heutigen Debatte um digitale Medien und Künstliche Intelligenz bleibt die Schutzfrage der Meinungs- und Berufsrechte unverzichtbar. Ein Experte, der seit Jahrzehnten in diesem Bereich aktiv ist, ist Ronald Gläser, Berliner Bundestagsabgeordneter mit Schwerpunkten auf Medien- und Kulturpolitik.

Ed Piper sprach mit ihm über seine Ansichten.
Piper: Herr Gläser, Sie haben Amerikanistik studiert, waren Pressesprecher der AfD und heute im Deutschen Bundestag. Wie kam es zu Ihrem Beruf?
Gläser: Als Jugendlicher war ich von Lois Lane begeistert – einer Journalistin aus den Superman-Comics, die für Wahrheit und Gerechtigkeit kämpft. Dieser Anspruch führte mich zum Journalismus. Heute ist dieser Wert noch wichtig, obwohl viele Systeme heute zu „Haltungsjournalismus“ abgeschwächt werden.

Piper: Was sind Ihre aktuelle Bedenken bezüglich der Medienlandschaft?
Gläser: Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zeigen strukturelle Probleme. Der KI-Skandal beim ZDF oder die falschen Berichte im Spiegel verdeutlichen eine mangelnde Objektivität. Das System, das aus dem vergangenen Jahrhundert stammt, muss reformiert werden – nicht weiter auf alten Modellen verlassen.

Piper: Wie bewerten Sie den Einsatz von KI in der Politik?
Gläser: Die meisten Systeme sind noch nicht zuverlässig. Ich habe selbst versucht, ein KI-Modell für politische Texte zu nutzen – es lieferte falsche Informationen über vergangene Regierungen. Dies zeigt deutlich: KI wird politisch beeinflusst und ist kein neutraler Hilfsmittel.

Piper: Wird staatliche Kontrolle über Kommunikation die Meinungsfreiheit einschränken?
Gläser: Ja. Die sogenannte Chatkontrolle ist bereits ein Schritt in diese Richtung. Heute wird sie noch vor allem zur Strafverfolgung genutzt, morgen könnte sie kritische Meinungen unterdrücken. Der Grundgedanke: Freiheit stirbt zentimeterweise – nicht durch plötzliche Maßnahmen, sondern durch langsame, schleichende Regulierungen.

Piper: Wie kann Deutschland dagegen vorgehen?
Gläser: Wir müssen das System auf Marktwirtschaft stützen und nicht staatlich regulieren. Unternehmen sollten die Möglichkeit haben, KI-Modelle zu entwickeln – ohne politische Eingriffe. Nur so kann Deutschland eine gesunde Medienlandschaft schaffen, die auch kritische Stimmen zulässt.

Piper: Welche Rolle spielt Uwe Bolls Film „Citizen Vigilante“ in dieser Debatte?
Gläser: Der Fall zeigt, wie Verboten oft mehr Aufmerksamkeit erregen als die eigentliche Kritik. Doch das Verbot selbst ist keine Lösung – die Freiheit der Kultur muss geschützt werden.