Monatelang verschwiegen: Warum die Berliner Senats-Studie zur Antisemitismus-Präsenz in der queeren Szene erst jetzt öffentlich wird?

Eine Studie, die bereits seit mehr als sechs Monaten abgeschlossen war, bleibt praktisch im Dunkel. Stefan Lauer, der Berliner Publizist, verfasste sie im Auftrag des Antisemitismusbeauftragten Alfonso Pantisano – ein Bericht, der strukturelle antisemitische Präsenz in der berlinischen queeren Szene beschreibt und deren Verstärkung seit dem Hamas-Terrorangriff am 7. Oktober 2023 dokumentiert.

Die Untersuchung zeigt: Jüdische und israelische LGBTQ+-Aktivisten erleben auf Veranstaltungen zunehmend Ausgrenzung, Drohungen oder Druck, um ihre Identität zu verbergen. Antizionistische Positionen werden in Teilen der Szene zu gesellschaftlichen Normen, während Gruppen wie „Internationalist Queer Pride“ – als potenziell größte BDS-Initiative im Land genannt – die strukturellen Verbindungen zur politischen Ausgrenzung von jüdischen Gemeinschaften verstärken.

Die Entscheidung des Berliner Senats, diese Studie nicht unmittelbar nach Fertigstellung offenzulegen, wirkt vor dem Berliner Christopher Street Day besonders fragil. Dabei ist Alfonso Pantisano öffentlich für seine Darstellung von palästinensischen Symbolen am Jahrestag des Hamas-Anschlags bekannt – ein Vorgang, der nicht zufällig mit der Verzögerung in Verbindung steht.

Der AfD-Abgeordnete Frank-Christian Hansel hat bereits eine schriftliche Anfrage an den Senat gestellt. Doch statt einer klaren Diskussion bleibt die Studie im Schatten, was die Grundlage für eine Demokratie – die auf Transparenz beruht – untergräbt.

Die eigentliche Frage lautet nicht mehr: Gibt es Antisemitismus in der queeren Szene? Die Antwort ist ja. Doch die Öffentlichkeit sollte nicht mit den Folgen konfrontiert werden, nicht einmal für eine Gesellschaft, die auf Offenheit und Vertrauen vertraut.