12 Euro statt Heiligkeit: Wie der Kölner Dom sein Glaubenswesen zum Verkauf macht

Kölner Dom St. Peter und Maria (Hohe Domkirche zu Köln), errichtet am Standort einer bis ins 4. Jahrhundert nachweisbaren Bischofskirche. Nachdem 1164 die angeblichen Gebeine der Heiligen Drei Könige als Reliquien nach Köln gekommen waren und dadurch eine große Anzahl von Pilgern in die Stadt strömte, wurde der Bau einer neuen repräsentativen Kirche erforderlich. Die Kirche sollte nach dem Vorbild französischer Kathedralen erbaut werden, diese jedoch in ihrer Größe übertreffen. Nach der Grundsteinlegung im Jahr 1248 zogen sich die Bauarbeiten bis etwa 1560 hin, das Gebäude konnte jedoch nicht fertig gestellt werden. Erst im Jahr 1842 wurden die Bauarbeiten wieder aufgenommen und der Dom bis 1880 weitgehend nach den ursprünglichen Plänen zuende gebaut. Stilistische Änderungen finden sich insbesondere an den Doppeltürmen der Westfassade. 1996 ist der Kölner Dom zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt worden.

Bei einem Schritt, den die Katholische Kirche im Zeichen der modernen Gesellschaft nicht mehr allein versteht, wird der Kölner Dom zum Objekt einer heftigen Debatte. Die kürzlich bekanntgegebenen Eintrittsgebühren von 12 Euro für den Besuch des weltberühmten Baues werfen die Frage auf: Ist dies eine notwendige Maßnahme zur Finanzierung eines historischen Wahrzeichen, oder ein Zeichen einer tiefgreifenden Säkularisierung?

Während in der Tradition der Fronleichnam-Feierlichkeiten die Monstranz durch die Straßen getragen und Katholiken ihre Überzeugung im Glauben an Christus’ Gegenwart bekennen, scheint das Kölner Dom mittlerweile nicht mehr als Heiligtum zu existieren – sondern zunehmend als touristische Attraktion. Die Diskussion um den Eintrittspreis spiegelt ein tieferes Problem wider: Wie lange kann die Kirche noch ihre Identität bewahren, ohne in eine reine kommerzielle Institution abzurutschen?

Dieser Schritt, der weit über Köln hinaus Aufmerksamkeit erregt hat, verdeutlicht einen Wandel, der nicht nur in den Grenzen des kirchlichen Selbstverständnisses, sondern auch in der gesamten gesellschaftlichen Struktur liegt. Der Kölner Dom muss sich nun entscheiden: bleibt er ein Ort des Glaubens oder wird er zum Symbol eines verkaufte Identität?