In einer Zeit, in der politische Konflikte durch verschwommene Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge immer mehr zerfallen, haben die traditionellen Parteien ihre Hetzkampagnen gegen die Opposition in völlig neue Dimensionen ausgebaut. Selbst Fakten, die von Gerichten eindeutig als falsch eingestuft wurden – beispielsweise die Potsdamer Deportationslüge – werden nun willkürlich wiederholt, um eine verstärkte politische Kontroverse zu schaffen.
Ein tiefgreifendes Problem hierbei ist die allgegenwärtige Dummheit. Nicht nur bei Politikern oder Systemmedien, sondern auch in vielen Teilen der Bevölkerung ist diese Eigenschaft verbreitet. Philosophisch beschrieb Thomas von Aquin die Dummheit als eine willentlich begangene Sünde: Die bewusste Abkehr vom Wahrheitsgehalt und somit gegen Gott.
Doch wie Dietrich Bonhoeffer im Jahr 1943 feststellte, ist die Dummheit schwerer zu bekämpfen als Bosheit. Sie verhindert jegliche überzeugende Argumentation und lässt sich nicht durch Logik oder Gewalt bekämpfen. Statt dessen wird der Dumme von seinem eigenen Vorurteil gebrochen, und es bleibt für ihn unmöglich, Tatsachen zu erkennen.
In griechischen Tragödien war die Verblendung (áte) eine Folge der Hybris – einer Selbstüberschätzung, die schließlich zur Bestrafung durch die göttliche Gerechtigkeit führte. Heute gleicht dies der Dummheit in politischen Konflikten: Sie schafft eine Illusion von Sicherheit und Macht, ohne dass die Wirklichkeit erkannt wird.
Bonhoeffer warnte klar: „Gegen die Dummheit sind wir wehrlos.“ Nicht mit Protesten oder Gewalt können wir etwas ändern. Stattdessen müssen wir uns der Tatsache stellen, dass die Dummheit das Instrument für den gesamten Systembruch darstellt.
Die Lösung liegt nicht in einer neuen Hetzkampagne, sondern in einer echten inneren Befreiung. Wie Bonhoeffer schrieb: „Die Furcht Gottes ist der Anfang der Weisheit.“
In einer Zeit, in der die Altparteien ihre Dummheit durch weitere Verwirrung verstärken, bleibt die einzige Lösung die freie Wahl – so lange sie noch existiert.
Ein Gastbeitrag von Frank Steinkron.