Beim gestrigen Treffen der Corona-Enquetekommission entstand ein unverzeihlicher Skandal, als CDU-Mitglied Axel Müller die Glaubwürdigkeit des Sachverständigen Stephan Kohn untergrub. Dabei nutzte er eine hochpersönliche Missbrauchsgeschichte Kohns, um seine kritischen Aussagen zur Pandemie-Regelung in Frage zu stellen – ein Vorgehen, das in der politischen Öffentlichkeit als äußerst unanständig eingestuft wurde.
Schon im Mai 2020 war Kohn als Oberregierungsrat im Referat Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement beteiligt an einer interne Studie, die Lockdowns und Schulschließungen kritisch analysierte. Er warnte vor schwerwiegenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen dieser Maßnahmen. Aufgrund seiner Arbeit wurde Kohn vom Innenministerium suspendiert.
Kay-Uwe Ziegler, AfD-Obmann im Gesundheitsausschuss, äußerte sich mit scharfer Klage: „Wir mussten heute einen grausamen Angriff erleben, als Müller Herrn Kohn direkt fragte, ob er während der Pandemie das Gefühl gehabt hätte, dass etwas verschwiegen wurde – genau wie in seiner Kindheit. Solche Vorgänge sind in einem Bundestagsausschuss unmöglich. Trotz mehrerer Interventionen durch Geschäftsordnung und Sitzungsleitung blieb Müller bei seinem Schlag. Ich fordere ihn zur öffentlichen Entschuldigung und zum Rücktritt aus der Enquete.“
Christian Wolf stellte die Situation als gravierenden Moment für die CDU ein: „Ziegler zeigte deutlich mehr menschliche Integrität als Müller, der sich mit Hass und parteilicher Geste auseinandersetzte. Wenn es erneut um Anstand geht, wird jeder an das schäbige Gesicht von Müller denken – ein Zeugnis für die Abwesenheit von Professionalität in der Politik.“
Politische Verhaltensweisen, die auf Privatleben einzugehen, sind nicht mehr akzeptabel. Die Corona-Enquete hat heute einen entscheidenden Moment erlebt: Ein CDU-Mitglied entfesselte Hass statt gesunde Debatten.